Erster Eintrag der Apollmicke in Münster im Saatsarchiv war Anno 1713 Es wurde dort an die Rentenmeisterei Bilstein geschrieben, der Inhalt des Textes bezieht auf einen Kauf eines Kotten für 7 rthlr.
Auf einer Rodung zwischen „Uilenbrauk“ und „Helle“ stand an einem still rieselnden Bächlein ein uraltes Haus. Die uralten, rissigen Balken, grün von Wind und Regen, vom Zahn der Zeit stark angenagt, trug ein spitzgiebeliges, mit Moosplacken bedecktes Strohdach, das an den Rändern von Wind und Wetter arg zerfledert war.
Es ist noch gut in meiner Erinnerung. Das was das Baumhoff’s genannt „Gerstesten“ Haus in der Apollmicke, dem die Baumhoffs geboren wurden. In dem sie ihr hartes bäuerliches Leben lebten und in dem die meisten ihrer Art bis zur Wende des achtzehnten Jahrhunderts auch wohl gestorben sind. Die Franzosen hatten das Haus und seine Menschen wegen der Abgelegenheit wohl unbehelligt gelassen.

1814

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Unter einem nichtbelaubten Apfelbaum an der Südseite des alten Hauses im Schatten dieses Baumes, lag mit unter dem Nacken verschränkten Armen ein junger Mann an einem Sonntagnachmittag und träumte mit offenen Augen in den schönen Tag hineien. Was mocht er wohl träumen?

Er war in dem Alter, in dem viele junge Leute von einer seltsamen Unruhe befallen werden.Besonders, wenn sie so einsam gelebt haben, wie es dem jungen Johann Josef Baumhoff bestimmt war, seitdem vor einem Jahre, nach dem frühen Tode seiner Mutter nun auch sein Vater gestorben war.
Der Vater hatte ihm einige Kühe, ein paar Schweine, ein Dutzend Hühner, einen hoffähigen Hahn und den Hund „Napolion“ hinterlassen. Mit diesen unverständigen Geschöpfen lebte er nun einsam und allein seine Tage dahin. Er grübelte und träumte, obdas wohl nicht zu ändern wäre. Wenn er doch einmal jemand um Rat fragen könnte…
Und während er an diesem Sonntagnachmittag so dahingrübelte, kam ihm ein guter Einfall, der sein weiteres Leben wohl bestimmen sollte. Denn der war nicht schlecht und sollte für die Zukunft eine große Wirkung haben, wie wir jungen und alten Ur-Urur- und Urururenkel feststellen können.

Der gute Einfall:

Auf der Einsiedelei, eine Viertelstunde von der Apollmicke entfernt, lebten bis zu der Säckularisierung einige Augustinerbrüder. Einer von ihnen war der freundliche Bruder Magnus, zu dem Johann Josef immer großes Zutrauen hatte und der auch den Jungen immer gut leiden mocht. Dieser alte, bärtige Mann sollte Johann Josef mit seinem klugen Rat aus seinen Seelenqualen heraushelfen.
Eines Tages richtete es der Junge ein, daß er den Bruder bei einem der Spaziergänge, die dieser gern auf der alten Kohlstraße machte, dort antraf. Nach einer freundlichen Begrüßung trug Johann Josef dem alten Mann seine Seelennot vor. Der Bruder hörte sich das wichtige Anliegen des Jungen mit einer erstaunten Miene an, runzelte dann aber sehr bedächtig die Stirn und fing an sich hinter den Ohren zu kratzen. Dann zog er an seinem langen weißen Bart. Dem Jungen fiel schon das Herz bis unten in die Hose. Dann lächelte aber der Bruder und sagte: „Lieber, junger Freund! Es ist zwar nicht die Aufgabe, durch diese Dinge durch einen Ordensbruder unterrichtet zu werden, aber ich will Dir eine alte Geschichte erzählen, dann wirst Du wohl wissen, was Du zu tun hast.“ Und er erzählte von Adam und Eva im Paradiese, von der Apfelbeißerei.

 

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Dem Johann Josef, der wie alle Baumhoffs vor ihm und nach ihm, nicht gerade auf den Kopf gefallen war, ging, nachdem er Bruder Magnus wieder verlassen hatte, ein sehr helles Licht auf. Er war noch nicht wieder bei seinen Kühen angelangt, da wußte er schon, was er zu tun hatte. Die Äpfel waren ja bald reif und eine kleine Eva würde auch zu finden sein. Nach einigen traumvollen Nächten hatte er sie vor Augen stehen. Sie hieß aber nicht Eva, sondern das, was ihm auch an seinen schönen Tagträumen vorschwebte, war eine „Annekathrinken“. In Bruchhausen hatte er sie einmal beim Kühehüten gesehen. Beim Kühehüten unter einem Apfelbaum mit rotbäckigen dicken Paradiesäpfeln, die zum beißen bald reif genug waren. Wie der Bruder Magnus richtig vermutet hatte, war der Junge bald dahinter gekommen, was es mit der Apfelbeißerei auf sich hatte.
Am nächsten Sonntagnachmittag überließ Johann Josef die Wache bei den Kühen dem „Napolion“ und marschierte über die „Liesenburg“ den Schmellenberg munter und wohlgelaunt nach Bruchhausen. Und er hatte Glück. Wie er es sich erhofft hatte, traf er Annekathrinken auf der Kampwiese beim Kühehüten. Sie saß unter einem Apfelbaum und summte ein Liedchen vor sich hin und ihre roten Bäckchen glänzten vor lauter Lebenslust.
Dem Johann Josef schlug das Herz bis zum Hals hinauf.
Noch etwas zögernd trat er auf das Mädchen zu. „Guerren Dagg! Miakeln! Biste Kauhhaien?“ „Häh, Diu Uilenspaigel! Dät süßte doch gewiß!“ Das war nun gerade keine recht freundliche Begrüßung für einen bescheidenen Freiersmann. Aber dann wurde Annekathrinken doch freundlicher und Johann Josef faßte neuen Mut. Er strich dem Mädchen mal sachte über die Backen und meinte:
„Wat giäßte awwer heite Backen.“ „Gaiß Diu dann vlichtens kalle Ohren“ knurrte Annekathrinken. „Wat wäß Diu eintleck?“ „Och, ieck soh dei schoinen Appeln un do dacht ieck, wann Diu mieck mol bieten laitest.“ Annekathrinkens Öhrkens wurden nun auch noch warm. „Wenn Diu widders nix weß, dann küm!“ Sie schüttelte einen dicken Apfel herunter und sie bissen beide kräftig hinein. Bruder Magnus‘ Rat hatte guten Erfolg. Als die beiden noch einige Äpfel zusammen gebissen hatten, waren die beiden sich einig, noch viele weitere Äpfel, in der Apollmicke zusammen zu beißen.

— 1815 —
Sie gingen dann alsbald nach Kirchveischede zum Pastor und nach der kirchlichen Zeremonie feierte man im Kleinen im alten Haus in der Apollmicke. Dort begann dann ein fröhliches und eiferiges Eheleben, das auch wieder viele Beisser und Beisserchen auf die Welt brachte. Die Apfelkerne flogen in alle Richtungen. Zwei von ihnen sogar über’s Meer nach Amerika (Elisabeth Baumhoff als Ordensschwester nach St. Louis und Dr. Heinz Baumhoff nach Washington).

Ahnentafel der Baumhoffs ab 1687:
Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater Johannes Baumhoff, geb. 1687, gestorben am 01.07.1737
verheiratet mit Elisabeth Schneider aus Oberveischede am 01.07.1708
Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater Haverikus Baumhoff, geb. 29.06.1709, gestorben am 19.10.1763
verheiratet mit Johanna Elisabeth Limpers aus Kirchveischede
Ur-Ur-Ur-Goßvater Johannes Jodokus Baumhoff, geb. 30.10.1735, gestorben am 24.03.1794
verheiratet mit Maria Elisabeth Hövels aus Rahrbach
Ur-Ur-Großvater Johannes Hedrikus Baumhoff, geb. 13.10.1769, gestorben am 29.08.1813
verheiratet mit Magdalena Huckestein aus Altenkleusheim am 05.11.1791
Ur-Großvater Johann Josef Baumhoff, geb. 07.09.1794, gestorben am 15.05.1851
verheiratet mit Anna Katherina Bruchhaus aus Bruchhausen am 07.02.1815
Eltern von Anna Katherina: Phillip Bruchhaus und Clara Dickhoff
Kinder von Johann Josef und Anna Katharina:
Name Geburtsdatum Sterbedatum, Ort
Anna Katharina Baumhoff 07.09.1817 01.02.1900, Hofolpe
Johann Baumhoff 28.12.1817 03.12.1897, Bilstein
Johann Wilhelm Baumhoff 19.03.1821 19.03.1899, Benolpe
Maria Katharina Baumhoff 27.09.1823 Welschen-Ennest
Johann Peter Baumhoff 06.03.1826 06.08.1897, Apollmicke
Johann Josef Baumhoff 31.01.1828 30.11.1912, Kirchveischede
Anton Felix Baumhoff 11.03.1829 Heidschott
Johann Heinrich Baumhoff 28.01.1833 15.03.1912, Bruchhausen
Ur-Ur-Großvater Johann Peter Baumhoff
verheiratet mit Maria Elisabeth Tillmann aus Kruberg, geb. 11.08.1836, gestorben 01.01.1905. Sie war eine liebe Großmutter (zuletzt erblindet)
Kinder von Johann Peter und Elisabeth:
Name Geburtsdatum Sterbedatum, Ort
Emma Katharina Baumhoff 26.06.1857 27.10.1877, Apollmicke
Heinrich Baumhoff 23.01.1859 15.11.1901, Hamm (Westf.)
Maria Elisabeth Baumhoff 26.05.1864 12.08.1948, Kirchveischede
Johann Josef Baumhoff 12.03.1867 07.12.1956, Apollmicke
Anton Baumhoff 28.08.1869 05.06.1901, Hamm (Westf.)
Johann Peter Baumhoff 08.05.1872 21.09.1953, Kirchveischede
Johann Baumhoff 10.08.1877 03.02.1962, Hofolpe
Franz Baumhoff 10.01.1882 10.04.1914, Altenhundem
Ur-Großvater Johann Josef Baumhoff
verheiratet mit Anna Katharin Schlüngermann
Kinder von Johann Josef und Anna Katharin:
Name Geburtsdatum Sterbedatum
Anna Bernhardine Baumhoff 24.09.1899 02.04.1990
Julia Baumhoff 20.05.1901 20.05.1901
Wilhelm Baumhoff 28.10.1903 05.03.1982
Großvater Wilhelm Baumhoff
verheiratet mit Klara Niklas aus Ottfingen geb. 24.02.1906
ges. 16.04.1962 Krankenhaus in Attendorn
Kinder von Wilhelm und Klara
Josef Baumhoff / verstorben geb. 29.07.1931
Helmut Baumhoff / verstorben geb. 17.04.1933
Hubert Baumhoff geb. 24.03.1935
Werner Baumhoff geb. 26.01.1937
Gertrud Baumhoff geb. 03.12.1938
Waltraud Baumhoff geb. 13.04.1946